Hämatemesis und Teerstuhl

Hämatemesis ist Bluterbrechen infolge oberer Gastrointestinaleblutung mit Blutungsquelle in Ösophagus, Magen oder Duodenum. Entweder kaffeesatzartig (braun bis schwarz) durch Kontakt des Blutes mit der Salzsäure des Magens oder hellrot (frisches Blut) bei sehr starker Blutung oder Blutungsquelle im Ösophagus (Ösophagusvarizenblutung).

Teerstuhl ist durch Hämoglobin-Abbauprodukte schwarz gefärbter, glänzender Stuhl mit klebriger Konsistenz. Auftreten ist einige Stunden nach einer Blutung im Magen oder den oberen Damenabschnitten. Hämatemesis und Teerstuhl sind Leitsymptome der oberen Gastrointestinalblutung, die am häufigsten durch blutende Ulzera, eine erosive Gastritis, Ösophagusvarizen oder ein Mallory-Weiss-Syndrom (Längseinrisse der Ösophagusschleimhaut bei starkem Erbrechen vor allem bei chronischen Alkoholikern) bedingt ist.

Eine Blutung aus tieferen Darmabschnitten (beispielsweise bei Hämorrhoiden, Polypen, -karzinomen oder -entzündungen, zeigt sich dagegen durch dunkel- oder der hellrote Beimischung zum Stuhl oder Blutauflagerung auf dem Stuhl, die auch als Blutstuhl bezeichnet werden (blutiger Durchfall). Nicht jeder dunkel oder schwarz gefärbte Stuhl ist allerdings durch eine Blutung bedingt. Zur Ursachenklärung ist nach Kreislaufstabilisierung eine möglichst frühzeitige Notfallendoskopie angezeigt, bei der sich die Blutung eventuell gleichzeitig stillen lässt (beispielsweise durch die endoskopische Sklerosierung).

Gelingt die Blutstillung nicht, ist eine sofortige Operation erforderlich (Ausnahme: bei Ösophagusvarizenkann auch eine konservative Blutstillung, über Ösophaguskompressionssonden erfolgen. Auch wenn die meisten gastrointestinalen Blutungen zunächst von selbst aufhören, ist jede Blutung potentiell lebensbedrohlich (Letalität insgesamt circa 10%) und erfordern ein schnelles und sicheres Vorgehen: Patientenbettruhe, Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz einhalten lassen, auch bei scheinbar stabilem Zustand der Patienten ständig Beobachten auf Puls, Blutdruck, Atmung, Bewusstsein, Stuhl- und Urinausscheidung (eventuell Blasenkatheder legen.

Bei Hautblässe, Kaltschweißigkeit, Pulsanstieg und Blutdruckabfall, Schockbehandlung einleiten. Mindestens zwei großvolumige Venenverweilkanülen legen und Notfalllabor aufnehmen lassen, Infusionen anhängen und überwachen, Blutverlust möglichst exakt dokumentieren, eventuell Magensonde legen lassen, psychische Situation des Patienten berücksichtigen (Lebensgefahr!).