Dammriss - Dammschnitt

In der Literatur wird die Häufigkeit von Dammschnitten von 8% (Holland) und 19% (Großbritannien) beschrieben. Dass routinemäßige Dammschnitte bei Normalgeburten abzulehnen sind, darauf weisen viele Studien hin. Zunächst richtet sich die Notwendigkeit einen Dammschnitte anzulegen, nach dem Gesundheitszustand des Kindes.

So muss aus kindlicher Injektion gegebenenfalls ein Dammschnitt durchgeführt werden, damit das Kind dadurch weniger belastet und damit die Austreibungsperiode verkürzt wird. Dies kann sich beispielsweise aus auffälligen CTG-Mustern (Herzstromkurven) oder bei Frühgeburten ergeben. Dass ein Dammschnitt ein zusätzliches Trauma des Beckenbodens nicht verhindern kann, darauf wurde in mehreren Studien hingewiesen.

Es kommt vermehrt zu ungewollten Blutungen sowie zu Störungen der Nervenbahnen, da bei einem Dammschnitt die im Darmbereich verlaufenden Gefäße und Nervenbahnen durchtrennt werden. Zu einem Reißen des Gewebes entlang der Nerven- und Blutbahnen kommt es allerdings bei einem Darmriss, wenn er nicht zu ausgedehnt ist. Man geht davon aus, dass es zu einem geringeren Verlust an Sensibilität im Darmbereich durch Erhalt der dort verlaufenden Nerven kommt.

Dies ist mit dem Stoff, der entlang des Fadenlaufs reißt, vergleichbar. Die Nerven und Blutbahnstrukturen werden so geschont. Wenn zu erwarten ist, dass das Kind übermäßig groß ist (Makrosomie) und damit die Gefahr des Einreißens bis zum Damm erhöht ist, sollte ein Dammschnitt durchgeführt werden. Falsch ist die Annahme, dass es durch einen vorzeitig angelegten Dammschnitt zu einer Verhinderung einer späteren Harninkontinenz kommt.

Denn schon im Bereich der oberen Geburtswege und nicht erst im Bereich des Beckenbodens entsteht eine Überbeanspruchung des Gewebes mit daraus resultierender Senkung oder Harninkontinenz.