Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Meist beginnt mit Schmerzen im Bereich des Bauchnabels oder der oberen Bauchhälfte eine Blinddarmentzündung (Appendizitis). Die Schmerzen wandern nach einigen Stunden in den unteren Teil der rechten Bauchhälfte und werden vor allem beim Gehen verstärkt. Es kommt zu Erbrechen, Übelkeit und Appetitlosigkeit. Die Körpertemperatur ist erhöht, wobei jeder dritte Patient kein Fieber hat. Kein typisches Krankheitsbild zeigen häufig ältere Menschen, Schwangere und Kleinkinder. Oft erst sehr spät wird deshalb die Erkrankung bei diesem Personenkreis diagnostiziert. Durch eine Verlagerung des Wurmfortsatzes kann es bei Schwangeren zu Schmerzen im rechten Ober- beziehungsweise Mittelbauch kommen. Weniger deutlich ausgeprägt sind die Beschwerden häufig insgesamt bei älteren Menschen. Dort kommt es kaum Temperaturerhöhung und zu weniger starken Schmerzen. Über Beschwerden im gesamten Bauchraum klagen oft Kleinkinder. Bei der Blinddarmentzündung (Appendizitis) ist der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) betroffen. Am Beginn des Dickdarms in der Nähe der Dünndarmeinmündung befindet sich das wurmähnliche Anhangsgebilde. Die Blinddarmentzündung bedarf einer Operation und ist die häufigste Erkrankung des Bauchraumes. Bis zum 30. Lebensjahr erkranken etwa 7 bis 12% an einer plötzlichen Blinddarmentzündung. Schulkinder sind am häufigsten betroffen. Die Blinddarmentzündung kann trotzdem in jedem Lebensalter auftreten.

Selten kommt sie allerdings bei Kindern unter zwei Jahren vor. Verschiedene Ursachen kann eine Blinddarmentzündung haben. Wenn der Ausgang verstopft ist, entzündet sich der Wurmfortsatz am häufigsten. Durch ein Knick im Wurmfortsatz oder eine Kotstauung kann dies verursacht werden. Fremdkörper wie Kirschkerne, Würmer oder Tumore lösen die Verstopfung selten aus. Zu einer Blinddarmentzündung können auch Entzündungen des gesamten Darms wie beispielsweise beim Morbus Crohn aber auch bei bakteriellen Infektionen führen. Auch der Wurmfortsatz wird durch diese Infektion befallen.