Bandscheibenvorfall

Die ersten Maßnahmen zur Einleitung der weiteren Diagnostik und Therapie eines Bandscheibenvorfalls ist die Würdigung, der vom Patienten geschilderten Beschwerden, ergänzt durch die ausführliche klinische Untersuchung. Ob ein Bandscheibenvorfall oder eine andere Erkrankung für die Symptome verantwortlich ist, lassen die hierbei gewonnenen Erkenntnisse als Einschätzung zu. Unter Umständen kann schon eine recht genaue Verdachtsdiagnose durch die Befragung des Patienten nach der Entstehung (langsam entwickelnder oder akut auftretender Schmerz), die Art der Schmerzen (dumpfer tiefer Schmerz, heller oberflächlicher Schmerz, Ruheschmerz, nächtlicher Schmerz, Zunahme der Schmerzen bei Belastung etc.) und die Lokalisation (Lumbal-lumbosacral, mit oder ohne Ausstrahlung ins Bein) gestellt werden. Als ein plötzliches Ereignis mit starken Kreuzschmerzen beginnen die Beschwerden sehr häufig. Ausgelöst können sie allerdings auch durch eine ungünstige Haltung und Bewegung werden.

Wenn das Ereignis beim Heben einer schweren Last entsteht, spricht man von einem Verhebetrauma. Das heißt, dass es sich dabei praktisch um eine vorgeschädigte Bandscheibe handelt. Dabei ist das Verhebetrauma nicht die Ursache des Scheibenvorfalls, sondern der zufällige Auslöser. Um ein entsprechend schweres Ereignis mit Verletzung der umgebenden Strukturen wie Wirbelkörper oder Bänder handelt es sich bei einem Bandscheibenvorfall als Folge eines Unfalls. Eine lange Geschichte (Anamnese) von Kreuzschmerzen geht meistens dem Bandscheibenvorfall der Lendenwirbelsäule voraus. Durch die Reizung (Dehnung, Einriss oder Zerreißung) von Anulus fibrosus des hinteren Längsbandes entsteht dieser Bandscheibenvorfall. Für den Schmerz kann auch eine Stauchung oder Zerrung eines Gelenkes und seiner Kapsel verantwortlich sein. Zur Schonhaltung beziehungsweise zur Ruhe ermahnt der Schmerz vom Ort des Geschehens. Zur Schon- beziehungsweise Schiefhaltung des Körpers und zur Verspannung der Muskulatur kommt es mit Zunahme des Schmerzes.

Die Ruhigstellung ist durch diesen Reflex gewährleistet. Diese Ruhigstellung ermöglicht es dem Körper den Schaden zu heilen beziehungsweise zu begrenzen. Dabei kann sich der Mensch nicht mehr gerade aufrichten. Der Volksmund prägte den Ausdruck des Hexenschusses, da die Probleme plötzlich und unerwartet auftreten.